Status der Störungen
Die körperliche Behinderung ist Folge einer Verletzung des Körpers. Je nach konkretem Fall kann der Ergotherapeut den Status auf dem Gebiet des Stoffwechsels, der Haut, im Bereich von Knochen, Gelenkenoder Muskeln, bei der Sensibilität, bei höheren Funktionen etc. erstellen.

Behinderungen und Erfahrung der Unfähigkeit zur Ausführung von Bewegungen
Die Unfähigkeit zur Ausführung bestimmter Bewegungsvorgänge bezieht sich auf den funktionalen Gesichtspunkt der Behinderung; die subjektive Erfahrung der Nichtausführbarkeit von Bewegungen ergibt sich aufgrund der Behinderung situationsgebunden.

Der funktionale Status
Die funktionale Status der oberen Extremitäten richtet sich auf den Status der Handbewegung und des Greifvorgangs, einschließlich der Geschicklichkeit, der Geschwindigkeit der Ausführung, der Exaktheit, der Fähigkeit zur Handhabung und der Bewegung der oberen Extremitäten im Raum, der Wiedererkennung von Objekten, der Muskelkraft…

Der Status der Selbstständigkeit des Patienten
Sie betrifft jede Alltagsaktivität: Gehvorgänge, Übergangsbewegungen, Kommunikation, Anziehen, Hygiene, Ernährung, Freizeit, schulische und berufliche Aktivitäten, soziale und familiäre Integration, Verhalten…

Die Mitmenschen
Durch die Kenntnis der menschlichen Umgebung wird das Maß an Hilfestellungen durch Mitmenschen erkennbar, auf welche der Patient in seinemAlltag zurückgreifen kann.

Die materielle und architektonische Umgebung des Patienten
Es werden die Elemente analysiert, welche die Autonomie behindern: Zutrittsmöglichkeiten, Bewegung in der Wohnung, Beschaffenheit des Arbeitsplatzes, sanitäre Einrichtungen, Möbel…

Behandlung körperlicher Defizite
Sie zu behandeln bedeutet, zur Verbesserung der beeinträchtigten Körperfunktionen beizutragen. Das spezifische Mittel des Ergotherapeuten sind das Objekt und die Aktivität. Sie werden nach einer exakten Analyse ausgewählt, damit ein Zusammenhang zwischen den Anforderungen der körperlichen Aktivität und den therapeutischen Zielsetzungen hergestellt werden kann.

Verbesserung der defizitären Funktionen
Es handelt sich hier um Training und Rehabilitierung auf dem Gebiet der Motorik, der Sensibilität, der Sinneswahrnehmung und der Intelligenz.

Gewährleistung eines guten funktionalen Zustandes
Sie betrifft die Einwirkung auf die verbliebenen Körperfunktionen, vorbeugende Maßnahmen für ein eventuelles Auftreten oder eine Verschlimmerung von Defiziten und Unfähigkeiten, die Körperhaltung des Patienten (im Bett, im Rollstuhl), Ratschläge für die vorsichtige Beanspruchung von Gelenken...

Einsatz von Geräten
Der Ergotherapeut entwirft und baut Geräte mit folgender Zielsetzung :

  • Prävention zur Ruhigstellung von Gelenken, Stabilisierung oder Körperhaltung,
  • Auf postoperativen Gebiet die Förderung der Vernarbung und einer Körperhaltung zur Erleichterung der Autonomie,
  • Im zweitrangigen Bereich die Korrektur pathologischer Verhaltensweisen oder die Kompensation einer insuffizienten Funktion,
  • Auf der Ebene des Skelettapparats die Kompensationsfunktion bei definitiv defizitären Funktionen.

Behandlung von Unfähigkeiten und Nachteilen
Der Patient lernt, sich in seiner neuen Situation zurechtzufinden. Der Ergotherapeut ermöglicht dem Patienten, sich in realen Situationen des Alltagslebens durch experimentelle Herangehensweise zu orientieren, sich um Kompensationen zu bemühen und diese durch Training zu entwickeln.

Wiedereingliederung in den Alltag
Der Ergotherapeut versetzt den Patienten im Rahmen seiner Übungen in die Lage, seine verbliebenen Anpassungsmöglichkeiten zu entwickeln, herauszubilden und sein Vorhaben der Wiedereingliederung in den Alltag (selbständiges Orientierung in der Stadt bei Blinden, Training von spezifischen Verhaltensweisen bei Lumbalgie-Patienten, Training von Belastungssituationen für Schlaganfallpatienten…) umsetzt und konkretisiert.

Berufliche Wiedereingliederung
Der Ergotherapeut beherrscht die verschiedenen Parameter, die für die Gestaltung eines Wiedereingliederungsprozesses und die Rückkehr in den Beruf notwendig sind (Be-wertung der Fähigkeiten, Reha-Training hinsichtlich von Belastungen, Vorbereitungen für die Rückkehr an den Arbeitsplatz…)

Gestaltung des materiellen Umfelds

  • Technische Hilfsmittel: Um hinsichtlich der körperlichen Behinderung Abhilfe zu schaffen und diese zu kompensieren, können technische Hilfsmittel durch den Ergotherapeuten hergestellt werden, er übt eine beratende Funktion aus hinsichtlich des Materials, das spezielle oder herkömmlich sein kann.
  • Spezifische Gestaltung bei Möbeln, auf dem Gebiet der Architektur und der Stadtplanung: Der Ergotherapeut übermittelt den Fachleuten im Wohnbaubereich sein Know-how hinsichtlich der Anforderungen von Behinderten.

Beratung
Ergotherapeuten bringen ihr Know-how auch bei der Konzeption von industriell gefertigten Erzeugnissen für den Hausgebrauch ein oder bei Produkten, die im Zusammenhang mit der Wohnungseinrichtung stehen (Aufzüge, Wohnungsausstattung, sanitäre Anlagen…). Der Ergotherapeut arbeitet dabei mit weiteren Spezialisten zusammen (Industriedesigner, Ingenieure, Ergonomen, Marketingberater…) und unterstützt auch Stadtplaner hinsichtlich besserer Zugangsmöglichkeiten im städtischen Umfeld.

Schulung
Der Ergotherapeut besitzt auch eine Ausbilderfunktion; er sorgt als Bewusstseinsbildner hinsichtlich des Autonomie-Konzeptes und der Koordination der Bemühungen bei Personen im Umfeld des Patienten für eine exaktere Wahrnehmung.

Fachwissen
Versicherungsgesellschaften können sich für Expertisen zur Bewertung von erlittenen körperlichen Schäden an Ergotherapeuten wenden. Die Erstellung dieser Analyse ist für Kostenerstattungen an Personen, bei denen in der Folge eines Unfalles Behinderungen zurückgeblieben sind, unumgänglich.

Krankheitsbilder
Traumatologie, Rheumatologie, Neurologie, Kardiologie, Handchirurgie, Verbrennungen, Psychiatrie, Gerontologie, Geriatrie, Geronto-Psychiatrie, sensorische Behinderungen…