SNOEZELEN

Das Wort « Snoezelen » stellt einen Neologismus aus dem Niederländischen dar und ergibt sich aus der Zusammenziehung der beiden Verben : Snuffelen und Doezelen

Schnuppern bedeutet Herumschnüffeln, Ausprobieren, Erforschen. Diese Haltung erfordert eine Offenheit gegenüber Objekten und anderen Menschen. Das Wort suggeriert zugleich bewusste Körperbewegungen oder den Wunsch nach Entdeckungen. Die Person erwirbt eine Herangehensweise, zu riechen, zu schmecken und zu empfinden, mittels aller Sinne, sowohl exterozeptiv mittels der Augen, des Schmeckens, des Berührens, des Riechens, des Hörens als auch auf interozeptive Art, durch Muskeln, Knochen, Sehnen, innere Organe, durch Vibrationen. Diese "Entdeckungs-Erfahrung" kann nur dann voll erlebt werden, wenn man sich in einem Zustand der Sicherheit und der Geborgenheit, dem des "Doezelen" (Entspannens), befindet.

Doezelen « Entspannen » führt zu einem sanften Zustand des Wohlbefindens, bis hin zum Halbschlaf. Wenn man Personen in diesen Zustand des Wohlbefindens, der Entspannung und der Sicherheit versetzt, dann werden sie sich gegenüber Sinneseindrücken und Beziehungssituationen viel offener zeigen. Sobald diese Aufgeschlossenheit erreicht ist, gibt es keinen Stress, keine Angst, kein Leiden vorliegen, das dazu führt, dass die Patienten sich darauf konzentrieren, sich vorden von außen kommenden Einwirkungen zu schützen und sich zu schließen wie Austern.

Sobald man einen Schnupperzustand ("snoezelen") herbeiführt, ist es wichtig, dass die zwei Dynamiken vorhanden sind, damit die Personen zwecks Erlangung eines Zustands der Sicherheit zwischen diesen eine Pendelbewegung vornehmen können.

Der "Schnupperzustand" verschafft der Person eine Zeit der Gemeinsamkeit, der Entspannung, des Komforts und der Geborgenheit, wobei zugleich, je nach Lebensrhythmus, die Erfahrung verschiedener Sinnesstimulationen, darunter recht einfachen, ermöglicht wird. Das Vorgehen beim ‚Schnuppern’ wird oftmals, aber nicht notwendigerweise, in einer speziell gestalteten Räumlichkeit organisiert, in einer ruhigen und herzlichen Atmosphäre, in der vielfältige Sinnesstimulationen vorgenommen werden können.

Das "Schnuppern" stellt ein Angebot zur Erfahrung der verschiedenartigen Sinneseindrücke dar, die in einer Umgebung erlebt werden, welche durch Vertrauen und Entspannung geprägt ist, wobei die Stimulation primärer Sinne im Vordergrund steht.

Es handelt sich um einen Ort des geselligen Zusammenseins, geprägt von gegenseitigem Respekt und der Bereitschaft zum Zuhören, ein Ort, an dem man sich auch dem Nichtstun hingeben kann! Der Therapeut kann allein durch seine Anwesenheit beruhigend auf den Patienten wirken.

Sobald der Zustand des Wohlbefindens vorhanden ist, kann man die Entdeckung der unmittelbaren Umgebung in den Vordergrund rücken.

Wir werden die Person anregen,

  • auf die Stimulation der Sinne zu reagieren (Tastsinn, Geruchssinn, Sehsinn, Gehör, Gleichgewichtssinn, Wahrnehmung körpereigener Reize). Jede Sinneswahrnehmung wird in getrennter Form bearbeitet.
  • auf verbale und nichtverbale Art zu kommunizieren
  • Bewegungen in unterschiedlichen Positionen zu praktizieren
  • motorische Spiele zu unterstützen

Wer kommt in den "Schnupper"-Raum?
Personen, die aus dem Koma erwacht sind, Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma, halbseitig gelähmte Patienten, Anoxie-Patienten.
In diesem Raum bezieht sich die Arbeit auf die Person und nicht auf die Krankheit.
Die Aufnahme in den Schnupperbereich erfolgt aufgrund einer ärztlichen Verschreibung, in der gleichen Weise wie bei einer Reha-Sitzung.
Die Therapie erfolgt individuell und stellt die Person in den Mittelpunkt. Sie wird entweder durch einen Ergotherapeuten, einen Psychomotoriker, einen Logopäden oder einen Neuropsychologen geleitet, je nach den vom Arzt verschriebenen Therapiezielen.